Ralph Schneider musste tief durchatmen. „Die anderen waren einfach gut – und wir waren einfach schlecht“, konstatierte der A-Junioren-Coach des TuS Erndtebrück. Der Landesligist hatte zuvor eine 1:7 (0:5)-Pleite im vermeintlichen Verfolgerduell um Platz 1 gegen den Spielverein Westfalia Soest kassiert.

Die Gäste zeigten den Wittgensteinern im Pulverwaldstadion in Erndtebrück gestern deutlich die Grenzen auf: Mario Jurss (2., 16., 41.), Mohamed Lamine Kourouma (23.), Tom Franke (45., 49.) und Philipp Ratz (52.) trafen für Soest – das Tor von Erndtebrücks Murtadha Kalaf Jebur (67.) im letzten Pflichtspiel des Jahres war letztlich eine Randnotiz. „In letzter Konsequenz ist es eine Frage der Einstellung. Diese Einstellung, die ich meine, hat allerdings viele Facetten“, haderte Coach Schneider merklich angefressen.

Zu Saisonbeginn war sein Team furios gestartet, spätestens seit gestern allerdings hat der TuS Erndtebrück wohl nichts mehr mit dem Titelkampf zu tun. „Das ist enttäuschend, unsere Entwicklung geht in eine Richtung, die das Gegenteil unserer formulierten Ziele ist. Darüber wird zu reden sein. Einige Spieler glauben, dass sie in ihrer Entwicklung bereits einen Schritt weiter sind als sie es tatsächlich sind“, erklärte Schneider, der das Problem als solches in „viele Bausteine“ unterteilte.

„Die falsche Richtung haben wir seit Wochen eingeschlagen, diese Niederlage ist jetzt der Höhepunkt des Ganzen. Ich weiß, dass wir eigentlich mithalten können, aber dazu ist eine Teamleistung erforderlich. Man muss miteinander spielen, gemeinsam verteidigen und gemeinsam angreifen – sonst wird es schwierig. Und gerade deshalb ist der Sieg auch in dieser Höhe verdient für Soest“, wusste Schneider. Der Übungsleiter will die Entwicklung nun in Ruhe mit seinem Team aufarbeiten und dann möglicherweise Konsequenzen ziehen: „Die Spieler müssen sich selbst hinterfragen – aber das ist natürlich ein unangenehmer Prozess, denn dann muss man auch Selbstkritik üben.“

QUELLE: fupa.net