Als sich am Erndtebrücker Pulverwald innerhalb einer Minute die Leistungsträger Haluk Arslan und Xhuljo Tabaku verletzten, war nach einer knappen Viertelstunde abzusehen, dass es kein glücklicher Tag für den heimischen TuS werden würde.

Zwar ist schwer zu ermessen, ob mit den beiden mehr drin gewesen wäre, als das letztlich erreichte 2:2 (1:0) gegen Westfalia Rhynern, doch dürfte allein das fußballerische Schicksal von Xhuljo Tabaku seinen Mitspielern in die Knochen gefahren sein. Als der sich nach angesetztem Sprint auf den Kunstrasen rollte, verzweifelt an den den rechten Oberschenkel fasste, ahnte er schon, dass dieser Tag ein ganz bitterer für ihn werden würde. Tabaku hatte bereits die gesamte Hinrunde wegen des lädierten Beins verpasst, hatte sich zuletzt mit vier Toren in Ahlen eindrucksvoll gesund gemeldet, um nun wieder vom Feld zu humpeln. „Für ihn dürfte das das Saisonende sein“, befürchtet Trainer Ivan Markow den Ausfall des Albaners für die verbleibenden Spiele der Rückrunde. Bitter.

Nicht minder schwer hat es Haluk Arslan getroffen. Der frühere Siegener und Käner war eine Minute vor der Tabaku-Verletzung mit Westfalia-Kapitän Michael Wiese zusammengeprallt, benommen liegen geblieben und kurz darauf nach einem Versuch, vielleicht doch weitermachen zu können, vom Platz gegangen. Wenig später wurde er mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gefahren.

Kurzzeitig agierte der TuS nach diesem Verletzungsschock nur mit neun Akteuren, was ihm bei zwei guten Möglichkeiten der Gäste fast den Rückstand beschert hätte. Die größte Chance in dieser Phase verpasste Hakan Sezer, als er einen Heber über Keeper Paul Schünemann, aber auch übers Tor setzte. Der TuS verdaute den Schock relaitiv gut, war nämlich im weiteren Verlauf der ersten Hälfte spielbestimmend. Eine gute Möglichkeit durch Lukas Rösch wurde durch Abwehrspieler Christopher Stöhr vereitelt, dessen Aktion Schiedsrichterin Kathrin Heimann nach 22 Minuten mit einem Elfmeter ahnden müssen. Rösch geriet ins Straucheln, sein Schussversuch landete in den Armen von Torhüter Alexander Hahnemann. Kurz darauf war es erneut Rösch, der diesmal aber recht kläglich vergab.

Es war überhaupt der Tag der Fehlleistungen im böigen Erndtebrücker Wind. Die des Rhynerner Verteidigers Jan Kleine in der 32. Minute sah der TuS dann allerdings mit Freuden. Beim Abwehrversuch erwischt er den Ball mit dem Außenrist und als Bogenlampe senkt sich das Spielgerät über Keeper Hahnemann hinweg zur verdienten Erndtebrücker Führung.

Nach der Pause war dann aber ein anderes Bild am Pulverwald auszumachen. Der Gast wurde zum besseren Team, packte die gescheiteren Kombinationen aus, agierte gradliniger und hatte Erfolg damit, weil sich beim TuS die Fehler häuften. Ganz besonders bei den Gegentoren. In der 63. Minute lässt die Defensivabteilung Kapitän Michael Wiese unbehelligt am Fünfmeterraum köpfen, nachdem Sezer einen Freistoß nach innen gezirkelt hatte. Niemand in blau fühlte sich zuständig. Und als in der 75. Minute Verteidiger Tatsuya Yamazaki 25 Meter vor dem Tor den Ball vertändelt und der Westfalia die Führung durch den eingewechselten Konstantin Rühl schenkt, platzt Ivan Markow der Kragen. „Das ist einfach ein Unding“, schimpt er. „,mit solchen Fehlern bestrafen wir uns selbst.“ Konsequenz: Der Japaner wird durch Pablo Schmitt ersetzt, schleicht bedröppelt und sich der Schuld bewusst vom Feld.

Und als dann eigentlich niemand mehr mit den Erndtebrückern rechnet, weil sie einfach nicht zu druckvollem Spiel zurückfinden, fällt doch noch der Ausgleich. Manfredas Ruzgis, nach seiner Einwechslung für Xhuljo Tabaku so gut wie gar nicht aufgefallen, weil die rechte Außenbahn einfach nicht seine Position ist, taucht in der Nachspielzeit endlich mal im Strafraum auf, wo er sich sichtlich wohler fühlt. Den gut herein geschlagenen Ball von Lukas Rösch drückt der frühere Kölner aus fünf Metern über die Linie. Happy End für den TuS, der die Sieben-Punkte-Prognose seines Trainers für die drei Spiele dieser Woche somit noch in die Tat umsetzen kann.

Schiedsrichter: Kathrin Heimann (Wacker Glad.) - Zuschauer: 100
Tore: 1:0 (32. Eigentor), 1:1 Michael Wiese (63.), 1:2 Konstantin Rühl (75.), 2:2 Manfredas Ruzgis (90.+2)

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