Am vergangenen Spieltag kassierte die Erndtebrücker Reserve die vierte Niederlage in Folge. Nun will der Landesligist aus Wittgenstein eine Trendwende einleiten. Für reichlich Motivation ist nach der 1:2-Pleite beim BSV Menden gesorgt: Denn die Elf vom „Pulverwald“ empfängt am Sonntag den Lokalrivalen aus Bad Berleburg zum Derby.

Für TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas zählt nur der Sieg: „Letztendlich hat man wenig Argumente, wenn man nicht punktet. Wir stehen in der Pflicht, den Bock umzustoßen und zu Hause wieder einen ,Dreier’ zu setzen.“ Sein Gegenüber Martin Uvira betonte ebenfalls die Bedeutung der Partie: „Unabhängig davon, dass es ein Derby ist, haben wir am Sonntag ein wichtiges Spiel vor uns. Wir müssen die Erndtebrücker auf Distanz halten, sonst rutschen wir wieder in die untere Tabellenregion ab.“ Aktuell stehen die Odebornstädter aber im Mittelfeld des Landesliga-Tableaus (8. Platz/27 Punkte) mit jeweils neun Punkten Abstand zum Tabellenzweiten aus Hohenlimburg und eben zu Erndtebrücks Zweitvertretung, die zuletzt auf den Relegationsrang abfiel (13./18). Mit den Auftritten seit der Winterpause (4:2-Sieg gegen Hüsten, 3:3-Remis in Wenden, 1:4-Niederlage gegen Hünsborn) ist Martin Uvira allerdings unzufrieden: „Wir haben nach einer guten Leistung zwei schlechte gezeigt, deswegen erwarte ich eine Steigerung von meiner Mannschaft. Wir müssen die Leistung endlich mal auf den Punkt bringen. Nur etwa zwanzig Minuten gut mitspielen, wie gegen Hünsborn, reicht in der Landesliga nicht aus.“

Es wird demnach auch gegen den Lokalrivalen eine schwere Aufgabe. Auch weil die Odebornstädter nicht gerade für ihre Auswärtsstärke bekannt sind: In neun Spielen in der Fremde stehen nur zwei Siege und zwei Unentschieden zu Buche. Nur die Reserve der SpVg. Olpe und der Tabellenletzte SSV Hagen haben eine geringere Ausbeute vorzuweisen.

Allerdings zeichneten sich die Erndtebrücker im Saisonverlauf auch nicht unbedingt durch ihre Heimstärke aus. Drei Siege bei fünf Niederlagen lautet die Bilanz am heimischen „Pulverwald“. Diese wird nur noch von den anderen Kellerkindern aus Wenden, Wetter und Hagen unterboten. Die bisherigen Ergebnisse sprechen also weder tendenziell für eine Favoritenrolle der Berleburger noch für eine der Erndtebrücker.

Um die gewünschte Trendwende einzuleiten, muss die Rubio-Doblas-Elf indes besonders an zwei Punkten ansetzen: Defensiv gilt es, einfache Fehler abzustellen. Bei der 1:2-Niederlage in Menden kosteten ebensolche mögliche Punkte, während davor die FSV Werdohl bei der deftigen 0:6-Klatsche gleich mehrere Lücken in der Erndtebrücker Deckung aufdeckte. Zudem muss die Reserve des Oberligisten die Gefährlichkeit im letzten Drittel erhöhen. Die Erndtebrücker haben mit insgesamt 25 Toren die zweitharmloseste Offensive der Liga, nur das Schlusslicht aus Hagen ist da schlechter. Lediglich ein Tor aus den letzten vier Spielen spricht zudem eine klare Sprache.

„Wir befinden uns in einer Situation, in der wir punkten müssen – egal wer kommt“, redet Rubio Doblas Klartext und fügt an: „So ein Derby ist aber immer etwas Besonderes und ein Anreiz, ein paar Prozentpunkte mehr herauszukitzeln.“ Während der Spanier auf seinen gesperrten Kapitän Florian Bublitz am Sonntag und eine Woche drauf in Erlinghausen verzichten muss, fällt bei den Kurstädtern Benedikt Schneider (Adduktorenprobleme) sicher aus. Der erkrankte Berleburger Toptorjäger Ahmad Ibrahim (14 Saisontore, viertbester Wert der Liga) wird aller Voraussicht nach aber einsatzbereit sein, während Kai-Philip Dengler nach seinem Hörsturz noch fraglich ist.

Dass nicht abzusehen ist, wie viele und vor allem welche Leihgaben aus dem Oberligakader bei den Erndtebrückern auflaufen werden, ist dem tschechichen VfL-Coach ein Dorn im Auge: „Die Erndtebrücker haben fast jede Woche neue Leute dabei, daher ist es schwierig, sich auf sie vernünftig vorzubereiten. Allerdings sehe ich das auch anders herum. Wir müssen uns vernünftig auf jedes Spiel vorbereiten, sonst kriegen wir gegen jede Mannschaft Probleme.“

Im Hinspiel hatten die Erndebrücker die Odebornstädter noch vor wenige Probleme gestellt. Rubio Doblas erinnerte sich: „Wir haben aus dem Hinspiel einiges wiedergutzumachen. Da haben wir keine gute Leistung abgeliefert.“ Der VfL setzte sich im September dank Toren von Ibrahim, Tarek Benyagoub und Alexander Krowarz auch in der Höhe verdient mit 3:0 im Derby durch. Allerdings war das auch dadurch begünstigt, dass die Erndtebrücker in der Schlussphase nach einer Notbremse von Jan Kemper in Unterzahl agierten.

Am kommenden Sonntag werden aber alle Uhren wieder zurückgesetzt. „Das Hinspiel ist schon lange her und hat, ebenso wie die Tabelle, nichts zu sagen. Jedes Spiel fängt bei 0:0 an“, ist sich VfL-Coach Uvira sicher.

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