Der TuS Erndtebrück atmet auf. Mit 3:1 (0:0) gewannen die Wittgensteiner ihr Heimspiel gegen die Hammer SpVg und biegen nun mit fünf Punkten Vorsprung vor den Abstiegsplätzen auf die Zielgerade dieser Oberliga-Saison ein. Für den neuen Coach des TuS, der sein erstes Heimspiel nach der Beurlaubung von Ivan Markow bestritt, ein Einstand nach Maß. Ein überglücklicher Michael Müller: „Kampf, Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit waren die Trümpfe heute, die gestochen haben.“

Sein Gegenüber René Lewejohann, in unseren Breiten bestens bekannt, saß nach dem Schlusspfiff auf seinem Stühlchen und musste die Niederlage erstmal verdauen: „Das wird ein dickes Brett, das wir nun in den letzten fünf Spielen zu bohren haben.“ In der Tat. Die Gäste bleiben Tabellen-17., die Lage ist mehr als bedrohlich. „Die Frage ist, ob wir Abstiegskampf können“, warf „Lewe“ in die Runde. Der TuS, so zeigt das Ergebnis, hat es gelernt, mit der misslichen Lage umzugehen.

„Ein Sieg des Willens“, drückt sich Michael Müller aus, der sich für den Treffer seines spielenden Co-Trainers Philipp Böhmer, erzielt nach später Einwechslung in der Nachspielzeit, im kollektiven Erndtebrücker Jubel bedankte. Der Routinier im blauen Dress machte mit dem 3:1 den Deckel auf ein Spiel, das in den ersten 45 Minuten leicht auch in die andere Richtung hätte kippen können. Als sich die Gastgeber schwer taten, gute Offensivaktionen zu kreieren, dafür aber in der Defensive einige Blackouts hatten.

So musste Torhüter Paul Schünemann in der 27. Minute Kopf und Kragen riskieren, um Joel Grodowski, der frei vor ihm aufgetaucht war, das 0:1 vom Fuß zu nehmen. Schünemann war es auch eine Minute vor der Pause, der den 22-Meter-Freistoß von Manuel Dieckmann aus dem bedrohten Eck fischte und den TuS vor einem Rückstand bewahrte.

Das alles schien vergessen, als Erlon Sallauka den guten Spielzug von der rechten Seite nur zwei Minuten nach Wiederbeginn zur Erndtebrücker Führung nutzte. Effektivität nennt man das – es war die erste echte Möglichkeit für den TuS.

Aber dieser Treffer war noch lange keine Vorentscheidung, denn die Gäste sandten in der 58. Minute ein Lebenszeichen, als Grodowski eine Unsicherheit in der Erndtebrücker Abwehr nutzte und den Ball im langen Eck versenkte. „Gut, dass wir jetzt kühlen Kopf bewahren“, waren die Worte von Michael Müller nicht auf taube Ohren getroffen. Sein Team versuchte es weiter, kombinierte in der Folge flüssig und verfiel nicht in Hektik. Lohn war in der 70. Minute die erneute Führung, als es wieder über die rechte Außenbahn ging, ehe der Ball in der Mitte beim völlig frei stehenden Abbas Attia landete, der ungehindert zum 2:1 vollendete.

„Danach müssen wir die Entscheidung machen“, haderte Müller mit fehlendem Glück, als Sallauka die Querlatte traf (63.), der Freistoß von Haluk Arslan Beute des guten Hammer Torwarts Jarno Peters wurde. Und so war es dann eben Philipp Böhmer vorbehalten, in der Nachspielzeit alles klar zu machen. Wieder ging es über rechts, wo der gerade erst ins Spiel gebrachte Murat Kaan Yazar den gestarteten Böhmer sah und ihn punktgenau bediente. Allein vor Peters hatte der keine Mühe, zum 3:1 zu vollenden. Das war‘s am Pulverwald, wo die Spieler in der Mitte den obligatorischen Kreis bildeten. Teamwork nennt man das. So geht Abstiegskampf.

Schiedsrichter: Philipp Hüwe (DJK Coesfeld) - Zuschauer: 100
Tore: 1:0 Erlon Sallauka (47.), 1:1 Joel Grodowski (58.), 2:1 Abbas Attiee (70.), 3:1 Philipp Böhmer (90.+2)

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