Der TuS Erndtebrück verspielte gegen die TSG Spröckhövel einen Zwei-Tore-Vorsprung und verpasste es damit, sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Durch das 3:3 (0:2)-Remis hat der Wittgensteiner Oberligist (nun 14. Platz/37 Punkte) zwar einen Punkt auf den Tabellenletzten aus Gievenbeck und den Vorletzten aus Rheine gewonnen. Allerdings gewann die Konkurrenz aus Brünninghausen und aus Hamm, sodass der Keller weiter zusammenrückt.

„Gegen einen erwartet schweren Gegner haben wir ein 2:0 hergeschenkt. In der Schlussphase machen wir aber mit ein bisschen Glück noch das 4:3. Unter dem Strich ist das Unentschieden gerecht und man muss mit dem Punkt zufrieden sein“, urteilte TuS-Trainer Michael Müller.

Sein Gegenüber Andrius Balaika bilanzierte hingegen: „In einem spannenden Spiel mit Höhen und Tiefen haben wir zu einfache Gegentore gekriegt. Wenn man so eine Aufholjagd startet und kurz vor Schluss führt, dann muss man das auch über die Zeit bringen.“

Dabei hatte die Partie gegen den Tabellenfünften aus Sprockhövel vor 135 Zuschauern gut begonnen: Erndtebrück startete mit viel Tempo und lief immer wieder die Abwehrreihe der Gäste an. Viel sprang dabei jedoch nicht heraus, außer das Manfredas Ruzgis entscheidend gestört wurde (10.). Wenig später verletzte sich Till Hilchenbach und musste mit Nasenbluten für Sven Engelke weichen (15.). Hilchenbach sah dann von der Seitenlinie, wie sein Team die Führung erzielte: Nach einem Doppelpass mit Ruzgis netzte Murat-Kaan Yazar ein (17.). Danach übernahmen allerdings die Sprockhöveler das Spielgeschehen. Tim Krafft schoss übers Tor (32.), ebenso wie Omar Jessy bei einem zentralen Freistoß am Sechzehner (38.). Und TuS-Keeper Schünemann rettete gegen Hasan Ülker (36.). Noch vor der Pause meldeten sich die Wittgensteiner jedoch zurück – und legten den zweiten Treffer nach. Nachdem Ruzgis zunächst nur den Pfosten traf, setzte Haluk Arslan entscheidend nach und bugsierte das Leder zum 2:0 (41.) in die Maschen.

„Wir haben in der ersten Halbzeit nicht viel zugelassen und sind immer wieder in die Schnittstellen gekommen“, schilderte Müller, „Sprockhövel war beweglicher und von der Physis her besser, daher wussten wir, dass wir in der zweiten Hälfte noch eine Schippe drauflegen müssen. Leider haben sich dann die Abstimmungs-Probleme gehäuft und wir haben so die Führung aus der Hand gegeben.“

Die zweite Halbzeit begann mit einem Schock für die Hausherren. Mehmedalja Covic ging mit hohem Bein in einen Luftzweikampf mit Krafft, Schiedsrichter Jörn Schäfer zeigte auf den Punkt und Maximilian Claus verwandelte souverän (48.). Und nachdem Ruzgis am TSG- Keeper Felix Hacker scheiterte (60.), gerieten die Erndtebrücker weiter ins Hintertreffen: Ülker dribbelte an und schoss unbedrängt am Sechzehner zum 2:2-Ausgleich ein (62.). Und als Claus die Gäste aus kurzer Distanz sogar in Front (64.) brachte, war das Spiel gedreht. Das wollten die Wittgensteiner aber nicht auf sich sitzen lassen. Haluk Arslan setzte den Ball erst an den Pfosten (77.) und verwandelte dann einen 17-Meter- Freistoß zum Ausgleich (86.). Kurz zuvor hatten die Pulverwälder noch Glück, als Felix Casalinos Heber vom Pfosten zurückprallte (80.). In der Schlussphase waren die Hausherren aber dem Sieg näher. Allerdings zielte Ruzgis einmal knapp vorbei (87.) und scheiterte dann an TSG-Keeper Hacker (91.).

„Es freut mich, dass die Jungs sich nochmal reingeworfen haben und nach dem Rückstand wieder zurückgekommen sind. Am Ende hat aber das nötige Quäntchen Glück gefehlt“, fasste Müller schließlich zusammen.

Schiedsrichter: Jörn Schäfer (SF Sümmern) - Zuschauer: 135
Tore: 1:0 Murat-Kaan Yazar (18.), 2:0 Haluk Arslan (43.), 2:1 Maximilian Claus (48.), 2:2 Hasan Ülker (62.), 2:3 Maximilian Claus (64.), 3:3 Haluk Arslan (86.)

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