Nachdem am Samstag die Sportfreunde aus Siegen in die Vorbereitung gestartet sind, folgte heute auch der Oberliga-Lokalrivale aus Erndtebrück. Der neue TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas begrüßte 21 Spieler am „Pulverwald“, darunter fünf Probespieler.

Drei davon sind alte Bekannte: Lars Birlenbach kennt der Spanier bereits aus der vergangenen Saison bei der Landesliga-Reserve und Burak Yildiz aus seiner Zeit beim TSV Weißtal. Yildiz war als Neuzugang für die 2. Mannschaft im Februar geholt worden und soll sich nun für einen Platz im Oberliga-Kader präsentieren. Der Dritte ist Eren Bilgicli, den es nach der Saison 2016/17 von der „Zwoten“ nach Meinerzhagen weiterzog, sich beim Westfalenligameister jedoch nicht durchsetzen konnte (nur zwei Einsätze).

Dazu kamen noch Kokushe Tsuda (aus Japan) und Ken Akiyama, der in der abgelaufenen Saison beim Niederrhein-Oberligisten VfB Speldorf 14 Mal zum Einsatz kam. Omar Lugavic fehlte verletzt, gehört aber auch in der nächsten Saison dem Kader an. Ebenfalls abwesend waren Sven Engelke, Erlon Sallauka, Taira Tomita, Talha Varli und Tatsuya Yamazaki. „Die sind noch im Urlaub und steigen am Dienstag ins Training ein. Ebenso wie mein Co-Trainer Lirian Gerguri“, erklärte Rubio Doblas.

Was die Zusammenstellung seiner Mannschaft angeht, hat der Spanier schon klare Vorstellungen. „Mein Wunsch ist es, mit 22 Feldspielern und drei Torhütern in die Saison zu starten.“ Stand jetzt fehlen dafür vier Spieler, gesucht wird nach zentralen Mittelfeldspielern und einem linksfüßigen Innenverteidiger. Die gerade mal 16 Schaulustigen mussten geschlagene vierzig Minuten auf die Mannschaft warten. Denn diese startete zwar um 11 Uhr mit der Vorbereitung, jedoch mit einer längeren Ansprache des Trainers – hinter geschlossenen Türen im Vereinshaus.

„Dabei ging es hauptsächlich um Organisatorisches. Ich hab der Mannschaft aber auch gesagt, dass es unser Ziel ist, so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke zu knacken und den Klassenerhalt zu schaffen“, schilderte Rubio Doblas und prognostizierte: „Es wird schwierig, denn mit den starken Auf- und Absteigern hat die Liga nochmal an Qualität gewonnen und ist noch enger zusammengerückt.“

Als die Spieler dann das Grün betraten, startete der Spanier mit einer „Eckchen-Runde“, ehe es an einen Fitness-Test ging. Hierfür ließ der neue Athletik-Trainer Alexander Bülow die Spieler in der Hitze mit Lauf- und Krafteinheiten schwitzen. „Wir haben den Trainingsstart vorverlegt. Ursprünglich wollten wir am Dienstag starten, da ist jetzt aber ein Testspiel angesetzt. Daher machen wir noch vorher einen Leistungs- und Belastungstest, um zu sehen, wie weit die Jungs konditionell schon sind“, erklärte Rubio Doblas.

Mittendrin war auch Luca-Andreas Woditsch, der zum ersten Mal nach langer Verletzungspause wieder voll ins Training einstieg. Anders als Tom Robin Röcher, der zwar bei den Einheiten mitmachte, aber erst im September oder Oktober wieder als Torwart voll belastbar sei. Bis dahin gilt es für Erndtebrück, die erste Phase des Umbruchs zu überstehen. Zwölf Spieler, darunter vor allem Stammkräfte wie Alexander Missbach oder Mehdi Reichert, haben den Verein verlassen.

Die acht Neuzugänge sind hingegen zum Teil noch jung und unerfahren. In erster Linie gilt das für die A-Junioren, die – abgesehen von Alex Taach – bisher nur in der Landesliga zum Einsatz kamen. Aber auch von den erfahrenenen Spielern fordert der Spanier: „Ich stehe für Emotionalität und leidenschaftlichen Fußball. Das will ich auch von meiner Mannschaft sehen. Wir wollen Feuer hier rein kriegen und eine gute und erfolgreiche Spielweise kreieren.“

Das soll dann auch in den Testspielen zu sehen sein. Der erste Härtetest steht bereits am Dienstag in Willingen gegen die Regionalliga-Reserve von Borussia Mönchengladbach an (19.30 Uhr), ehe am Sonntag der SSV Langenaubach am „Pulverwald“ gastiert (15 Uhr). „In den nächsten sechs Wochen müssen wir unsere Spielidee trainieren und entwickeln. Wir wollen uns in der Oberliga nicht verstecken und aus einer kompakten defensiven Grundordnung versuchen, die Räume eng zu machen und dann nach vorne umzuschalten“, blickt Rubio Doblas voraus.

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