Im vorgezogenen Meisterschaftsspiel kassierte der TuS Erndtebrück eine 0:2 (0:2)-Pleite bei der Zweitvertretung des SC Paderborn, welche damit bis Sonntag den 2. Platz einnimmt. Der Oberligist aus Wittgenstein blieb hingegen zum dritten Mal in Folge ohne eigenen Torerfolg und steht damit weiterhin auf einem Abstiegsplatz (17. Rang/4 Punkte). TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas erklärte nach dem Abpfiff: „Der Sieg vom Gegner war verdient. Wir haben einigermaßen passabel mitgespielt. Aber das reicht nicht. Hinten haben wir die entscheidenden Fehler gemacht und nach vorne waren wir harmlos.“

Vor der Reise nach Paderborn erreichte die Erndtebrücker eine Hiobsbotschaft: Haluk Arslan muss sich wegen anhaltenden Adduktoren-Problemen einer Operation unterziehen und fällt auf ungewisse Zeit aus.
In Ostwestfalen erwischte es auch Maximilian Schneider, der nach einem Schlag auf die Hüfte ausgewechselt werden musste (36.). Bei ihm hofft der Spanier auf eine Prellung, die bis zum Duell mit RW Ahlen am übernächsten Sonntag abgeklungen sein könnte.

Zum Zeitpunkt der Verletzung lagen die Wittgensteiner bereits zurück. In der 23. Minute stand Schneider nicht gut und ebnete so den Weg für Sebastian Woitzyk, der von der Sechzehnerkante zur Paderborner Führung einschoss. Mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit fingen sich die Erndtebrücker das zweite Gegentor: Nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld fehlte die Zuteilung zum Gegenspieler – Drilon Demaj nickte aus dem Stand in die lange Ecke ein (45.).

Nach dem Seitenwechsel war Erndtebrück bemüht und hatte einige Ballbesitzphasen. Aus diesen entsprang aber kein Treffer. Maximilian Wüst lief in der Schlussphase alleine aufs Tor zu, schoss aber knapp vorbei (87.). Andere Chancen erachtete Rubio Doblas als nicht nennenswert: „Wir hatten auch andere Schüsse aufs Tor. Ich bin jedoch jemand, der nicht von einer Torchance redet, wenn der Ball über fünf Meter am Tor vorbei geht. Wir sind heute gefühlt 400 Mal über rechts gekommen. Aber kein Flankenball kam vernünftig in den Sechzehner rein.“ Auf der Gegenseite verpassten es die Paderborner, ihre Chancen auf ein drittes Tor zu nutzen und den Sack früher zuzuschnüren, sodass am Ende das Ergebnis aus der Halbzeit auch nach 90 Minuten Bestand hatte.

Für die Rubio Doblas ist die gezeigte Leistung und besonders die Mentalität seiner Spieler alles andere als zufriedenstellend: „Im Abstiegskampf müssen die Fetzen fliegen, im Training wie im Spiel. Bei uns fliegen aber keine. Da geht keiner vorweg und reißt die Mannschaft mit. Wir sind zu lieb und zu harmlos im letzten Drittel. Das war heute wie eine Kaffeefahrt. Da kann man Paderborn auch gleich noch ein Stück Kuchen dazulegen.“

Zwar haben die Erndtebrücker auf defensiver Seite, wie beim 0:0 gegen Sprockhövel und der 0:2-Pleite in Meinerzhagen zuvor, erneut nicht allzu viel zugelassen und verbuchen in dem Bereich derzeit Fortschritte. Allerdings schrillen in der Offensive nach drei Spielen ohne Torerfolg die Alarmglocken.

Der Spanier macht dafür die Mentalität des Teams verantwortlich: „Die Einstellung stimmt, die Spieler sind bemüht und zeigen Einsatz. Doch es ist zu wenig Emotionalität und Leidenschaft vorhanden. Die Mannschaft muss begreifen, dass wir in einer Situation sind, in der es in erster Linie nicht auf fußballerische oder spielerische Elemente ankommt, sondern auf Zweikampfhärte und das gewisse Maß an Aggressivität.“

Schiedsrichter: Moritz Petereit - Zuschauer: 110
Tore: 1:0 Sebastian Woitzyk (23.), 2:0 Drilon Demaj (45.)

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