Etwa 110 Kilometer trennen Erndtebrück und Hamm auf der Landkarte. Doch in der Oberliga-Tabelle sieht das Ganze anders aus: Denn dort treffen mit der Hammer SpVg (17./4) und dem TuS Erndtebrück (18./4) am Sonntag die beiden abgeschlagenen Kellerkinder der Liga aufeinander. Ein klassisches „Sechs-Punkte-Spiel“ steht den Wittgensteinern damit bevor. Bei einem Sieg könnte man Boden gutmachen auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Dort steht aktuell der 1. FC Kaan-Marienborn mit zehn Punkten.

Daher sagt TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas: „Es ist ein extrem wichtiges Spiel. Wir wollen gewinnen und fahren mit Respekt, aber auch mit Selbstbewusstsein nach Hamm. Wir haben die Qualität, um Punkte zu holen. Das haben wir in dieser Saison mit dem 4:3-Sieg gegen Dortmund und dem 0:0 gegen Sprockhövel, aber auch bei manchen Niederlagen, bewiesen.“

Auswärts ist die Elf vom „Pulverwald“ allerdings noch ohne Punktgewinn, zudem blieb der TuS in der Fremde in drei von fünf Spielen torlos. Keine Frage: In Hamm muss eine Steigerung her, will man nicht schon frühzeitig den Anschluss verlieren.

Erndtebrück hat bisher allerdings auch schon gegen die derzeitigen Top-Sechs der Liga gespielt. Hingegen hatten die Wittgensteiner von den Teams aus dem unteren Tabellendrittel bisher nur die Käner vor der Brust.

Die Hammer SpVg steckt ebenfalls tief im Schlamassel. Beide Teams haben bisher vier Zähler gesammelt, mit die meisten Gegentore der Liga kassiert und mit die wenigsten Treffer erzielt. Auch ansonsten seien die Vorzeichen beider Mannschaften ähnlich, so Rubio Doblas: „Beide Vereine setzen auf junge Spieler, weil jeweils auch eine Etat-Reduzierung vorgenommen wurde. Der Gegner steckt genau wie wir in einer Zwickmühle. Ich erwarte daher eine aggressive und gallige Truppe, gegen die wir uns beweisen müssen.“

Trotz des schwachen Auftritts zuletzt gegen Rot-Weiß Ahlen (1:4-Niederlage) gibt sich Rubio Doblas zuversichtlich: „Wir liegen ohnehin am Boden, da macht es keinen Sinn, nochmal auf die Mannschaft drauf zu treten. Ich habe daher auf eine Videoanalyse verzichtet und ohne große Ansprache mit dem Training angefangen. Wir wollen nach vorne gucken und nicht nach hinten – und das werde ich als Trainer vorleben.“
Zudem soll der souveräne 8:0-Sieg im Kreispokal gegen den B-Ligisten SG Laasphe/Niederlaasphe für zusätzlichen Rückenwind sorgen, um bei den Westfalen, die vom ehemaligen Sportfreunde-Siegen-Spieler René Lewejohann trainiert werden, die Trendwende einzuleiten.

Während Tom Robin Röcher, Luca Woditsch (beide Knieprobleme) und Haluk Arslan (Adduktoren) verletzt ausfallen, ist ein Einsatz von Lars Birlenbach (krank), Mehmedalija Covic (Aufbautraining), Maximilian Schneider und Eren Bilgicli (beide muskuläre Probleme) fraglich.

fupa.net