Aus heimischer Sicht ist es eines der großen Spiele in der Oberliga: Der TuS Erndtebrück (17. Platz/7 Punkte) bittet die Sportfreunde aus Siegen (14./13) zum Derby-Tanz. Im ersten Lokalduell gegen den 1. FC Kaan-Marienborn Ende August enttäuschte der TuS Erndtebrück und kassierte eine 0:3-Klatsche. Doch wenn die Sportfreunde am kommenden Sonntag an den §Pulverwald" reisen, soll das Ganze anders laufen. Denn nach dem wichtigen „Dreier“ im Kellerduell bei der Hammer SpVg wollen die Erndtebrücker den Sechs-Punkte-Rückstand auf die Siegener weiter verkürzen.

„Es ist ein Spiel, das für beide Mannschaften sehr wichtig ist. Mir ist aber egal, ob Siegen oder Schermbeck kommt. Letztlich zählt der Blick auf die Tabelle – und da müssen wir noch Punkte nachlegen“, gibt TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas die Richtung vor.

Die Sportfreunde haben indes aktuell mit einer Krise zu kämpfen. Aus den letzten fünf Spielen holten die Sportfreunde - genau wie Erndtebrück - nur einen Sieg. Zuletzt gaben die Siegener einen 2:0-Vorsprung gegen den RSV Meinerzhagen aus der Hand und kassierten in doppelter Überzahl kurz vor Schluss noch den 2:2-Ausgleichstreffer. „Wir treffen auf einen Gegner, der aktuell keine gute Phase erlebt. Siegen ist angeschlagen und wir müssen sehen, dass wir das ausnutzen“, fordert Rubio Doblas daher.

Der Spanier warnt zugleich aber auch vor dem Lokalrivalen, der alle drei Saisonsiege bisher auswärts geholt hat: „Das spricht dafür, dass sich die Siegener in der Fremde spielerisch leichter tun. Der Sieg in Hamm hat uns natürlich gut getan. Siegen ist jedoch ein anderes Kaliber und hat im Offensivbereich mehr Qualität als Hamm. Losgelöst vom Derby muss jeder für jeden kämpfen, damit wir weitere Punkte sammeln können.“

In Hamm durchbrach Erndtebrück am vergangenen Wochenende die Negativserie von zuvor fünf sieglosen Spielen in Folge – und hielt zudem zum zweiten Mal in dieser Saison hinten die „Null“. Dabei war Abwehrchef Mehmedalija Covic ein wichtiger Faktor. Der Innenverteidiger rückte trotz Trainingsrückstands direkt wieder in die Startelf und überzeugte. Sein Nebenmann Moritz Brato betonte im Anschluss die Bedeutung des Bosniers mit dem „Ruhepuls 20“: „Er ist unheimlich wichtig für uns. Auf ‚Cova’ ist einfach Verlass. Er ist ruhig, konstant und macht so gut wie keine Fehler“.

Unabhängig von der Personalie Covic nimmt Rubio Doblas jedoch seine gesamte Mannschaft in die Pflicht, defensiv stabil zu stehen: „Wenn wir alle gut gegen den Ball arbeiten und Siegen nicht vors Tor kommen lassen, ist das die Basis für einen Punktgewinn.“

Eine überraschende Personalie war der Wechsel auf der Torwart-Position. In Hamm stand Niklas Knopf anstelle von Alex Taach zwischen den Pfosten. Zuvor wurde Knopf seit dem ersten Spieltag nicht mehr eingesetzt. „Alex hat sich in den Spielen nichts zu Schulden kommen lassen. Als Trainer nimmt man aber manchmal eben auch Veränderungen mit dem Bauchgefühl vor. Letztlich war Hamm davon überrascht und Niklas hat seine Sache gut gemacht“, kommentierte Rubio Doblas den Wechsel.

Der A-Lizenz-Inhaber lässt noch offen, wer im Derby zwischen den Pfosten startet: „Wir haben uns ohnehin nicht final auf eine Nummer Eins festgelegt. Wir haben mehrere talentierte Torhüter, wollen aber auch den Konkurrenzkampf schärfen. Am Ende entscheidet die Trainingsleistung, ob Niklas oder Alex startet.“

Mit Tom Robin Röcher fällt der dritte Keeper im Kader mit Knieproblemen aus. Fehlen werden auch der kürzlich an den Adduktoren operierte Haluk Arslan und die noch verletzten Eren Bilgicli, Talha Varli und Luca Woditsch. Hingegen ist Maximilian Schneider pünktlich zum Derby wieder einsatzfähig.

fupa.net