Das Oberliga-Duell zwischen dem TuS Erndtebrück (17. Platz/10 Punkte) und Westfalia Herne (11./18) am kommenden Sonntag (14.30 Uhr) ist auch die Begegnung der vielleicht emotionalsten Trainer der Liga. Denn sowohl TuS-Coach Alfonso Rubio Doblas, als auch sein Gegenüber Christian Knappmann sind für eine gewisse Lautstärke an der Seitenlinie bekannt, die locker auch am anderen Ende des Platzes zu vernehmen ist.

Markantester Unterschied: Rubio Doblas steckt mit Erndtebrück mitten im Abstiegskampf. Drei Zähler trennen die Wittgensteiner vom ersten Nichtabstiegs-Platz. Die Knappmann-Elf hingegen konnte sich nach einem misslungenen Saisonstart im Mittelfeld der Tabelle stabilisieren und drei der letzten vier Spiele für sich entscheiden. Besonders auffällig ist, dass Herne die meisten Zähler in der Fremde gesammelt hat. Auswärts steht nämlich erst eine Niederlage zu Buche (bei vier Siegen und einem Remis). Daraus schließt Rubio Doblas: „Das spricht dafür, dass sie sich einfacher tun, wenn sie dem Gegner die Kontrolle übergeben und dann versuchen können, daraus Kapital zu schlagen.“

Erndtebrück hat indes sieben der zehn Zähler am heimischen „Pulverwald“ geholt und will zu Hause weitere Punkte gegen den Abstieg sammeln. Dafür muss jedoch Herne geknackt werden. Rubio Doblas erwartet einen Gegner, der von der Einstellung des Trainers Knappmann geprägt ist: „Herne wird robust, aggressiv und emotional auftreten. Sie spielen unorthodoxen Fußball, haben aber auch viel Qualität im Kader. Wir müssen sehen, dass wir uns dagegenstemmen.“

Dieses läuferische und kämpferische Aufbäumen ließen die Pulverwälder jedoch zuletzt vermissen. Anders als bei den Siegen in Hamm und gegen die Sportfreunde aus Siegen zeigten die Erndtebrücker in Schermbeck eine schwächere Leistung. Dank einer Steigerung nach der Pause lag zwar am Ende ein Ausgleichstreffer in der Luft. Aufgrund einer „unterirdischen ersten Halbzeit“ (O-Ton Rubio Doblas) stand unterm Strich aber eine verdiente 1:2-Niederlage. „Wir haben in Schermbeck nicht so gespielt, wie ich mir das vorstelle, auch wenn wir nach dem Seitenwechsel eine Reaktion gezeigt haben“, konstatierte Rubio Doblas. „Wir haben viele junge Spieler. Und die neigen schnell zu Selbstzufriedenheit. Wenn wir, so wie in Schermbeck, versuchen, nur mit 80 Prozent Leistung zu punkten, dann holen wir auch keine Punkte. Wir müssen immer am Anschlag spielen“, erklärte der Spanier, der am Sonntag auf Haluk Arslan (Adduktoren), Tom-Robin Röcher (Knieprobleme) und Erlon Sallauka (noch zwei Spiele Rotsperre) verzichten muss.

Unter der Woche hatte Erndtebrück allerdings auch im Kreispokal beim A-Ligisten TuS Wilnsdorf/Wilgersdorf (3:2) Probleme. Für Rubio Doblas hat hat der Pokalauftritt indes keine Aussagekraft in Bezug auf das kommende Duell mit Herne. „Solche Spiele kannst du nicht miteinander vergleichen. Wilnsdorf war ein ultra defensiver Gegner, für den es das Spiel des Jahres ist. Herne spielt einen ganz anderen Fußball.“

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