Der TuS Erndetbrück stellte in Holzwickede eindrücklich unter Beweis, wieso nach 15 Spieltagen der vorletzte Tabellenplatz zu Buche und Abstiegskampf auf der Agenda steht. Denn beim HSC setzte es für die zweitschlechteste Defensive der Oberliga (Schlusslicht Hamm hat noch mehr Gegentreffer kassiert) eine deftige 1:7-Klatsche.

Nach der Pleite ärgerte sich TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas: „Ich muss immer wieder das Gleiche sagen. Solche Fehler und vor allem so eine Fehler-Anzahl hat auf dem Niveau nichts verloren. Von unseren 37 Gegentoren lassen sich mindestens 16 auf grobe individuelle Fehler zurückführen und das ist schon krass negativ.“

In den vier Spielen zuvor kassierte Erndtebrück insgesamt „nur“ fünf Gegentore und schien sich, bei zwei Siegen und einem Unentschieden, auf einem guten Weg zu befinden. Doch in Holzwickede wurden die Wittgensteiner eines Besseren belehrt.

Zu Beginn hatte das Ganze jedoch anders ausgesehen. Auch ohne ihren Toptorjäger Manfredas Ruzgis (Gelb-Sperre) ging der Erndtebrücker Matchplan zunächst auf: Abbas Attia legte nach einem Fehlpass des HSC-Keepers Malte Hegemann quer und Murat-Kaan Yazar schob zur frühen Führung ein (2.). Yazar verpasste wenig später das zweite Tor (11.), ehe ein Fehler der Erndtebrücker die Hausherren zurück ins Spiel brachte. Mehdi Reichert spielte den Ball direkt in die Füße von Marcel Reichwein, der zu Sebastian Hahne durchsteckte – 1:1 (16.). Apropos Reichwein: Der zweit- und drittligaerfahrene Ex-Profi (früher unter anderem beim VfR Aalen und Preußen Münster aktiv), war für die Erndtebrücker Defensivreihe nicht zu stoppen. Gleich zweimal versenkte Reichwein die Kugel vom Sechzehnereck aus per Schlenzer unhaltbar im Netz (30./40.).

„Da sieht man eben, dass der nicht nur in der Oberliga gekickt hat“, erkannte Rubio Doblas an. Das waren bei weitem nicht die einzigen Chancen der Hausherren. Erndtebrück hatte Glück, dass der Halbzeit-Rückstand nicht noch höher ausfiel. Der A-Lizenz- Inhaber kritisierte daher: „Was mich am meisten ärgert, ist, dass sich meine Spieler erstmals nicht gegen eine Niederlage gestemmt haben. In den letzten Spielen hat die Mannschaft solche Rückschläge umgebogen. Heute war es genau das Gegenteil. Wir haben einfach nichts hinbekommen. Alle Spieler waren kollektiv schlecht.“

Nach dem Seitenwechsel dauerte es gerade mal vier Minuten, da hatte Tomislav Ivancic alle Hoffnungen auf einen Erndtebrücker Punktgewinn im Keim erstickt (49.). Damit war es aber noch nicht genug. Die Gastgeber konterten die Erndtebrücker mustergültig aus und schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe: Ivancic (67.) und Hahne (70.) netzten zum zweiten Mal ein, ehe Nico Berghorst den Schlusspunkt setzte (84.).
Dass die Klatsche am Ende so hoch ausfiel, missfiel Rubio Doblas ganz besonders: „Unsere junge Mannschaft hat nicht erkannt, dass beim Stand vom 1:4 nichts mehr ging. Wir hätten das Spiel nur noch runter spielen müssen, aber das ist nicht passiert. Wir fangen uns noch drei Konter-Tore. Das wäre einer erfahrenen Mannschaft nicht passiert.“ Gleichwohl will der Spanier es nicht alleine auf die Erfahrung schieben, dass Erndtebrück die höchste Niederlage der Saison hinnehmen musste: „Was negativ hängen bleibt ist, dass wir keine Spiele gewinnen können, wenn wir so eklatante Fehler anbieten. Im Training erzählen einige Spieler immer viel. Letztendlich fehlt aber die Leistung am Platz.“

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