Fast wäre es ein Traum-Einstand für Michael Müller geworden. Doch der neue Trainer des TuS Erndtebrück, der am Dienstag auf Alfonso Rubio Doblas folgte, musste in der Schlussphase mit ansehen, wie seine Mannschaft gegen die Reserve von Preußen Münster noch den Ausgleich zum 1:1 (0:0)-Endstand kassierte. Dennoch überwog für den Rückkehrer, der das Team auch in den letzten sechs Spielen der Vorsaison leitete, das Positive: „Nach den letzten Wochen hat die Truppe ein richtig gutes Gesicht gezeigt. Wir haben eine starke Laufbereitschaft an den Tag gelegt und hinten nicht viel zugelassen. Jeder konnte sehen, dass wir gewinnen wollten und vor allem, dass wir aus dem Tabellenkeller raus wollen.“

In diesem stecken die Wittgensteiner jedoch weiterhin fest. Weil Sprockhövel und Kaan-Marienborn einen Sieg landen konnten, sind es nun sechs Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze.

Müller verzichtete gegen die Münsteraner auf Murthada Jebur, Sosuke Fukushi und Maximilian Wüst (fit, aber nicht im Kader). Eren Bilgicli und Lars Birlenbach (beide Bank) mussten zudem im Vergleich zur 1:7-Pleite in Holzwickede für Erlon Sallauka (nach abgesessener Rot-Sperre) und Manfredas Ruzgis weichen. In der zweiten Hälfte gab es jedoch den Wechsel zurück. Sallauka (55./Prellung) und Ruzgis (78./Zerrung) mussten angeschlagen ausgewechselt werden.

Zuvor war vor 70 Zuschauern die Handschrift von Müller schnell zu erkennen. Am 4-4-2-System seines Vorgängers hielt Müller zwar fest, jedoch änderte er die taktische Ausrichtung: Statt abwartend zu spielen, lief Erndtebrück die Gäste hoch an und sorgte mit einem starken Pressing, gerade in der ersten Halbzeit, dafür, dass die Münsteraner offensiv kaum zur Entfaltung kamen. Bis auf einen zu hoch angesetzten Schuss von Joel Grodowski (39.) ließen die Gastgeber nicht viel anbrennen – und hatten in einer chancenarmen ersten Hälfte die besseren Gelegenheiten: Bei einer Direktabnahme von Abbas Attiee wurde Gäste-Keeper Marian Prinz zum „König“ (27.) und ein Schuss von Mehdi Reichert wurde entscheidend abgefälscht (31.).

„Wir wussten, wie spielstark der Gegner ist und wie schwer es ist, das zu verteidigen. Wir haben das Pressing gut umgesetzt, müssen aber die Räume besser ausspielen“, schilderte Müller.

Erndtebrücks Top-Torjäger Manfredas Ruzgis wurde immer wieder als Zielspieler gesucht, kam aber selber nicht zu gefährlichen Aktionen. Das änderte sich jedoch nach dem Seitenwechsel: Einen langen Ball von Mehmedalija Covic nahm Ruzgis mit der Brust an und netzte volley zur Erndtebrücker Führung ein (46.). Ein Traumtor. Und, wenn man den Spielverlauf betrachtet, auch die verdiente Führung. Sein zweiter Treffer blieb Ruzgis jedoch verwehrt. Der TuS- Angreifer nickte einen von Covic verlängerten Enwurf zwar ein – wurde aber wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen (54.). Das war so ziemlich der Knackpunkt, denn Erndtebrück verteidigte konsequent, ließ sich aber immer mehr in die eigene Hälfte drücken und musste so noch den Ausgleichstreffer durch Lukas Frenkert hinnehmen (87.).

Am Ende urteilte der TuS-Trainer: „Schade, dass das zweite Tor abgepfiffen wurde. Denn so war das Spiel bis zum Schluss offen. Hinten raus wurde der Druck immer größer. Wenn wir aber so weiter arbeiten wie heute, bin ich davon überzeigt, dass wir auch in den verbleibenden schweren Auswärtsspielen in Rheine und Enneptal gute Ergebnisse erzielen können."

fupa.net