Am Sonntag ist der im Tabellenkeller steckende Oberligist TuS Erndtebrück (17. Platz/12 Punkte)zum letzten Mal in diesem Jahr gefordert. Und zwar gastiert der Vorletzte beim TuS Ennepetal (9./23) und hat damit noch einen Versuch, um die Negativserie von zuletzt fünf sieglosen Spielen in Folge zu durchbrechen und das „Krisenjahr“ damit versöhnlich abzuschließen.

Im Vergleich zur Vorwoche muss sich jedoch bei den Erndtebrückern einiges verändern. Die Mannschaft von Trainer Michael Müller zeigte zuletzt einen blutleeren Auftritt in Rheine und kassierte eine deutliche 0:6-Niederlage. Im Nachgang versuchte sich Müller an einer Fehleranalyse: „Die Abstände von unseren Mannschaftsteilen waren zu groß, die Spieler waren nicht präsent in den Zweikämpfen und haben viele zweite Bälle verloren. Und wir haben Probleme, wie wir uns im Defensivverbund in gewissen Situationen verhalten müssen. So machen wir es dem Gegner einfach, uns auszuspielen.“

Im Übrigen sind genau das die Punkte, die schon Müllers Vorgänger Alfonso Rubio Doblas – insbesondere nach der 1:7-Pleite in Holzwickede, die seinen Rücktritt zur Folge hatte – bemängelte. Der Spanier, nach wie vor Sportlicher Leiter in Erndtebrück, beklagte nämlich immer wieder die hohe Fehleranfälligkeit in der Defensive und im Allgemeinen fehlende Grundtugenden, allen voran in puncto Kampfbereitschaft.

Die Fehlerkette, die dazu führte, dass Erndtebrück nun tief im Abstiegskampf steckt, ist lang – und offenbar auch hinreichend bekannt. Es benötigt jedoch Zeit, um diese aufzulösen. Das erkennt auch Müller, der bisher knapp zwei Wochen mit der Mannschaft arbeiten konnte: „Wir gehen auf alle Fehler im Training ein, doch damit ist es noch lange nicht aus der Welt geschafft. Wir kriegen unsere Probleme wohl erst richtig gelöst, wenn wir eine ordentliche Vorbereitung absolviert haben.“

Die Winterpause wird am Erndtebrücker „Pulverwald“ demnach herbei gesehnt. Doch zunächst gilt es, in Ennepetal gegen die Auswärtsschwäche anzukämpfen. Bis auf den Sieg bei „Schlusslicht“ Hamm ist Erndtebrück in der kompletten Hinrunde auf fremden Plätzen leer ausgegangen. „Wir fahren auch nach Ennepetal, um zu gewinnen. Klar, muss man da vorsichtig sein, so wie wir auswärts bisher gespielt haben. Vor allem dürfen sich die gravierenden Fehler von Rheine nicht wiederholen“, warnt Müller daher.

Ennepetal wartet zwar seit sieben Spielen auf einen Sieg (drei Remis, vier Niederlagen), setzte allerdings in der Vorwoche gegen den RSV Meinerzhagen ein Ausrufezeichen und machte dem Aufsteiger mit einem 2:2-Remis einen Strich durch die Herbstmeister- Rechnung.

Daher urteilt Müller: „Ein Team wie Meinerzhagen so im Griff zu haben, ist eine Hausnummer. Auch gegen uns wird Ennepetal sehr aggressiv spielen und viel über zweite Bälle gehen.“

Routinier Mehmedalija Covic (Trainer-Lehrgang in Bosnien) und Burak Yildiz (Handbruch) werden bei der "Mission Ennepetal" nicht dabei sein. Bei Sven Engelke besteht noch Hoffnung für den Kader, wohingegen bei Haluk Arslan kein Risiko eingegangen wird.

Für Sonnatg hat Müller eine klare Vorgabe: „Ich traue uns etwas zu. Doch dafür muss sich die Mannschaft mehr reinhauen. Wir müssen mehr Aggressivität auf den Platz bringen, der Gegner muss das bei jedem Ballkontakt spüren. Sollten wir uns aber so verhalten wie in Rheine, wird auch in Ennepetal nichts zu holen sein.“

fupa.net