Bereits im Hinspiel waren zwischen dem TuS Ennepetal und dem TuS Erndtebrück acht Tore gefallen. Anders, als bei der 3:5-Niederlage am 1. Spieltag, waren diese beim heutigen 4:4- Unentschieden in Ennepetal aus Sicht der Wittgensteiner jedoch besser verteilt. Und dennoch überwiegt die Enttäuschung: Denn Erndtebrück fing sich in der Nachspielzeit noch den späten Ausgleichstreffer.

Daher bilanzierte Erndtebrücks Trainer Michael Müller: „Wir haben das Spiel des Gegners angenommen und einen guten Einsatz gezeigt. Aber bei den Gegentoren haben wir uns schlecht verhalten. Ennepetal kam dadurch immer wieder zurück ins Spiel.“

Müller reagierte auf die enttäuschende 0:6-Pleite in Rheine mit einer taktischen Änderung: In einem 4-1-4-1-System agierte Kapitän Moritz Brato als Abräumer vor der Kette, um das Zentrum gegen die großgewachsenen Ennepetaler zu stabilisieren. Keeper Niklas Knopf verletzte sich beim Warmmachen an der Schulter und musste durch Alex Taach vertreten werden. Und der war von Beginn an gefordert.

Vor 75 Zuschauern schlug der Gastgeber viele lange Bälle in Richtung des jungen Torhüters. Erndtebrück zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt und ging durch Erlon Sallauka, der eine Ruzgis-Flanke einnickte, in Führung (6.). Ennepetal schlug jedoch zurück – Dennis Drepper köpfte zum 1:1 ein (12.). Die Ennepetaler „Hünen“ waren bei hohen Bällen stets gefährlich und schafften es immer wieder, Überzahl im Erndtebrücker Strafraum zu schaffen. Und nachdem die Müller-Elf eine Hereingabe der Gastgeber nicht klären konnte, netzte Abdullah El Youbari im Fallen ein und verschaffte den Hausherren einen Vorteil (22.). Wenig später hielt Taach die Gäste aber mit einer Parade gegen Robin Gallus im Spiel (27.). Sein Gegenüber aber patzte: Ennepetals Torwart Marvin Weusthoff ließ einen harmlosen Verlegenheitsschuss von Sosuke Fukushi passieren (35.). Zwei Schüsse, zwei Tore – mit der Effektivität konnte Erndtebrück zur Pause zufrieden sein.

Und das setzte sich nach Wiederanpfiff fort: Fukushi lief sich im Rücken von Ruzgis frei und vollendete eine starke Passstafette mit einem gekonnten Schlenzer (60.). Entscheidend beteiligt war Erlon Sallauka, der wenig später verletzt passen musste (75.). Auch Ruzgis musste angeschlagen raus (68.). Auf der Gegenseite zeigte sich bei aller offensiver Effektivität die defensive Anfälligkeit bei langen Bällen, die der Müller-Elf letztlich den Sieg kostete. Sven Engelke riss an der Strafraumkante seinen Gegenspieler zu Boden – Robin Gallus hämmerte den Freistoß unhaltbar ein (75.). Erndtebrück fehlte der bullige Ruzgis als Zielspieler merklich, weshalb nicht mehr viel Entlastung gelang. Jedoch sprang der eingewechselte Murat-Kaan Yazar in die Bresche und stellte mit einer sehenswerten Direktabnahme die erneute Führung her (79.). Das reichte jedoch nicht zum Sieg, weil Erndtebrück sich mehr und mehr hinten rein drängen ließ und durch einen Kopfball von Dennis Drepper den Treffer zum 4:4-Endstand kassierte (92.). Erndtebrück punktete zwar zum erst zweiten Mal in dieser Saison auswärts, verpasste es aber, vor der Winterpause noch näher an die Nichtabstiegsplätze heran zu rücken.

Dennoch kann Müller dem letzten Spiel des Jahres viel Positives abgewinnen: „Für uns war es wichtig, dass wir nach dem Rheine-Spiel besser in Tritt kommen, darauf lässt sich aufbauen. Wir haben jetzt fünf Punkte Rückstand auf Sprockhövel. Abschreiben sollte man uns sicher noch nicht."

Schiedsrichter: Nadine Westerhoff (FC Frohlinde) - Zuschauer: 124
Tore: 0:1 Erlon Sallauka (6.), 1:1 Dennis Drepper (12.), 2:1 Abdullah El Youbari (22.), 2:2 Sosuke Fukuchi (35.), 2:3 Sosuke Fukuchi (60.), 3:3 Robin Gallus (75.), 3:4 Murat-Kaan Yazar (79.), 4:4 Dennis Drepper (90.+1)

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