Moritz Brato führt seit heute eine mannschaftsinterne Statistik an, bei der man gar nicht erst gelistet werden will: Dem Erndtebrücker Kapitän unterlief bei der 1:2-Pleite beim ASC Dortmund bereits zum dritten Mal in dieser Saison ein Eigentor – dahinter folgt der zweimalige „Fehlschütze“ Tatsuya Yamazaki. Es war ein Tor mit einer besonders unglücklichen Note: Vor 150 Zuschauern am Aplerbecker Kunstrasen versuchte Haluk Arslan, eine scharfe Flanke der Gastgeber zu klären, schoss dabei aber Brato an – und der Ball kullerte ins Netz (40.).

Spielentscheidend war der kuriose Treffer letztlich nicht. Vielmehr ging die Elf vom „Pulverwald“ in erster Linie deswegen als Verlierer vom Platz, weil sie zu nachlässig mit ihren Chancen umging. „Wir waren die bessere Mannschaft, haben aber leider nicht die Tore gemacht. Abgesehen von der Chancenverwertung haben wir nicht viel verkehrt gemacht“, bilanzierte TuS-Trainer Michael Müller daher.

Der Gastgeber startete spielbestimmend – allerdings ohne, sich eine nennenswerte Torgelegenheit zu erspielen. Ab der 20. Minute wurde die Partie immer offener. Erndtebrück spielte nämlich munter mit und hatte gleich drei Hochkaräter, konnte aber keinen davon verwerten: Eine flache Rückgabe von Taira Tomita erreichte Manfredas Ruzgis, doch der bullige Stürmer schoss ASC-Keeper Dejan Zecevic an (23.). Kurz darauf setzte Mehmedalija Covic einen Kopfball nach Aslan-Ecke knapp übers Tor (28.), ehe Ruzgis eine Tomita-Flanke per Kopf ebenfalls über den Kasten beförderte (37.). „Normalerweise müssen wir in der 1. Halbzeit zwei, drei Tore machen“, haderte Müller, „positiv ist aber, dass wir hinten gut standen und immer wieder schnelle Gegenangriffe des Gegners unterbinden konnten.“

Nach der Pause kam die Müller-Elf unverändert und druckvoll aus der Kabine und versuchte, den Rückstand wieder wett zu machen: Zunächst zwang Mehdi Reichert ASC-Torwart Zecevic zu einer Glanzparade (50.). Zwölf Minuten später aber senkte sich ein Ruzgis-Schlenzer über den Umweg Innenpfosten unhaltbar ins Tor (62.). Lange hielt der 1:1-Spielstand aber nicht an, weil Daniel Schaffer per Abstauber zur erneuten ASC-Führung einnetzte (65.).

„Leider kam das Gegentor viel zu schnell“, haderte Müller daher, „Wir hatten einen Ballverlust, waren unsortiert und das hat Dortmund direkt ausgenutzt. Mit der Führung im Rücken zwang uns der Gegner sein Spiel auf. Sie konnten tief stehen, auf unsere Fehler warten und dann kontern. Aber wir haben alles versucht, um noch etwas mitzunehmen.“ Der Taktik der Gastgeber setzten die Erndtebrücker die Entschlossenheit entgegen, das Spiel noch mit aller Macht drehen zu wollen. Zweimal lag auch der Ausgleich in der Luft. Doch Reichert wurde im Zentrum im letzten Moment geblockt (76.) und der eingewechselte Abbas Attia fand in Zecevic seinen Meister (81.).

Der Keeper der Hausherren hielt seiner Mannschaft den knappen Sieg fest – und vergrößerte zugleich die Erndtebrücker Sorgen. Die Wittgensteiner bleiben auch im fünften Spiel unter der Leitung Michael Müller sieglos (drei Remis, zwei Niederlagen) und stehen nach wie vor auf einem Abstiegsplatz. Westfalia Herne steht mit einem Punkt und einem Spiel mehr davor, aber am Mittwoch reist Westfalia Rhynern zum Nachholspiel an den „Pulverwald“ (19:30 Uhr).

Schiedsrichter: Kathrin Heimann (Wacker Glad.) - Zuschauer: 150
Tore: 1:0 (40. Eigentor), 1:1 Manfredas Ruzgis (62.), 2:1 Daniel Schaffer (66.)

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