Im Nachholspiel heute Abend fuhr der SV Westfalia Rhynern beim TuS Erndtebrück seinen ersten Auswärtssieg in dieser Saison ein und vergrößerte so die Abstiegssorgen des Wittgensteiner Oberligisten. „Rhynern war bisher der beste Gegner, auf den wir getroffen sind. Sie waren von der ersten Minute an präsenter und insgesamt abgezockter als wir. Dennoch ist es gut, dass wir uns nicht aufgegeben haben und nur wenig Chancen zugelassen haben“, urteilte TuS-Trainer Michael Müller.

Die Partie begann mit gut 15 Minuten Verzögerung, weil Rhynern noch im Stau steckte und wegen einer Schweigeminute für die verstorbenen Erndtebrücker Vereinsmitglieder Herbert Wetter und Dieter Walter. Vor etwas mehr als hundert Augenpaaren prasselte nicht nur der strömende Dauerregen auf die Hausherren ein. Rhynern startete druckvoll und zog einen Angriff nach dem nächsten in Richtung des Tores von TuS-Keeper Niklas Knopf auf – allerdings ohne dabei zwingend zu werden. Knapp war’s bei Patrick Polk, als er am Fünfer am Ball vorbei rutschte (4.). Die Wittgensteiner wussten sich nur mit langen Bällen zu helfen und mussten frühzeitig einen bitteren Rückschlag hinnehmen: Ein Foul von Mehmedalija Covic an Gäste-Akteur Akhim Seber an der Strafraumkante wertete Schiedsrichter Moritz Petereit als Notbremse (13.). Eine harte Entscheidung.

„Ich konnte die Szene nicht perfekt sehen, hatte aber den Eindruck, dass Moritz Brato da noch hätte eingreifen können. Danach war’s zu zehnt besonders schwierig“, kommentierte Michael Müller, der danach mit Sven Engelke einen Mann fürs Zentrum für Flügelspieler Abbas Attia einwechselte. In Unterzahl beschränkte sich der Gastgeber umso mehr aufs Verteidigen – und das zunächst mit Erfolg. Mehr als zwei Halbchancen, bei denen Knopf zur Stelle war (26./30.), sprangen für die Westfalen nicht heraus. Gegentorlos in die Kabine ging es trotzdem nicht: Neumann nickte quasi mit dem Pausenpfiff eine Ecke ein (45.).

Die zweite Hälfte startete mit dem nächsten Schockmoment: Haluk Arslan verletzte sich in einem Zweikampf an der Seitenlinie, dafür kam Murat-Kaan Yazar auf den Platz (48.). Wenig später rutschte Taira Tomita unter einem verlängerten Einwurf durch. So kam Leon Gensicke im Fünfer an den Ball und schoss gekonnt aus der Drehung zum 0:2 ein (51.).

Erndtebrück war nun gezwungen, mehr ins Risiko zu gehen. Die beste Chance hatte Erlon Sallauka, der sich mit etwas Glück durchtankte und an Gäste-Keeper Andreas Hahnemann scheiterte (68.). Rhynern hingegen schaffte es nicht mehr, die nun gebotenen Räume zu nutzen. Michael Wiese verpasste es, nach einem Freistoß per Kopf das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben (90.).
Schiedsrichter: Moritz Petereit - Zuschauer: 113
Tore: 0:1 Tim Neumann (45.), 0:2 Leon Gensicke (49.)
Platzverweise: Rot gegen Mehmedalija Covic (18./TuS Erndtebrück)

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