Große Ereignisse werfen in der Regel ihre Schatten voraus – am Ostermontag (15 Uhr) empfängt Tabellenführer TuS Erndtebrück (54 Punkte) zum absoluten Spitzenspiel der Oberliga Westfalen den Tabellenzweiten Hammer SpVg (49). Ein echtes Gipfeltreffen, durchaus mit besonderer Brisanz. Schließlich absolvierte Hamm zwei Partien weniger als die Elf aus dem Wittgensteiner Land, könnte den TuS Erndtebrück bei optimaler Punktausbeute also vom Thron stoßen. „Bei Hamm bin ich gedanklich derzeit noch gar nicht“, stellt TuS-Coach Florian Schnorrenberg aber klar. „Auch die ganze Rechnerei mit Nachholspielen, wer wie viele Punkte holen kann – das interessiert mich momentan alles überhaupt nicht.“

Zwar sei man sich der Bedeutung der Partie gegen den Gast aus dem Norden des Bundeslandes bewusst. „Wir wissen schon, dass da eine Mannschaft mit riesiger sportlicher Qualität zu uns kommt und Spitzenspiele haben sowieso immer einen besonderen Reiz“, wagt „Schnorre“ dann doch einen kurzen Blick auf das Topspiel zu Ostern, schiebt aber schnell hinterher: „Wenn wir im Spiel gegen Beckum nur ein paar Prozent an Hamm denken, werden wir dort mit Sicherheit nichts holen. Wir haben vor der Aufgabe dort den allerhöchsten Respekt.“

SC Roland 1962 - TuS Erndtebrück (Do 18:30)

Tatsächlich tritt der TuS Erndtebrück zunächst gegen einen Gegner an, der sich in gänzlich anderen Sphären bewegt als die Teams aus Erndtebrück und Hamm – am Gründonnerstag (18.30 Uhr) gastiert der TuS auswärts beim SC Roland Beckum (16. Platz/28 Punkte). Die Mannschaft aus dem Kreis Warendorf legte zuletzt zwar eine Niederlagen-Serie von sechs Pleiten in Folge hin und steckt ganz tief im Abstiegskampf der Oberliga – mit dem verdienten 3:0-Auswärtssieg im Kellerduell beim SuS Stadtlohn sendete die Elf von Trainer Carsten Droll aber ein deutliches Lebenszeichen an die Liga.

Ohnehin sei Beckum die einzige Mannschaft, „bei der ich mich vor der Saison völlig verkalkuliert habe“, wie Florian Schnorrenberg zugibt. „Ich hatte die unter den Top fünf erwartet und kann mir nicht erklären, warum es bei denen nicht funktioniert. Das ist eine gute Oberliga-Mannschaft mit viel Regionalliga-Erfahrung“, macht der Brachbacher den Respekt der Wittgensteiner vor der Auswärtsaufgabe deutlich. „Außerdem sind die Spiele dort sehr speziell. Die haben einen alten Kunstrasenplatz, sehr eng und sandig – das kennt man hier in der Heimat nur noch in Weißtal so“, weiß Schnorrenberg zudem um die widrigen äußeren Bedingungen.

Nichtsdestotrotz gehen die Wittgensteiner natürlich als klarer Favorit in das Match am Gründonnerstag – dieser Rolle ist man sich beim TuS freilich bewusst. „Wir würden die drei Punkte da natürlich total gerne mitnehmen“, meint denn auch Schnorrenberg, wohl wissend, dass man sich vor dem Vergleich mit der Hammer SpVg besser keine unnötigen Punktverluste leisten sollte. „Die Tabelle ist nicht so ausschlaggebend. Wir müssen die hitzigen Zweikämpfe in Beckum annehmen und die Standards gut verteidigen. Da liegen drei ganz wertvolle Punkte für uns, die wir mit nach Hause nehmen wollen“, gibt Schnorrenberg die Marschroute vor.

Dabei muss der Erndtebrücker Mann an der Seitenlinie, der am Sonntag übrigens seinen 40. Geburtstag feiert, wohl auf Defensivakteur Nino Saka verzichten. „Er ist im Training umgeknickt. Wir müssen mal schauen, wie das bei ihm aussieht“, berichtet Schnorrenberg, vermeldet aber positive Nachrichten von Ahmet Saglam. Der Innenverteidiger steht nach wochenlanger Verletzungspause vor seinem Comeback. „Sonst sind alle Spieler voll im Training – und das ist auch gut so. Wir haben jetzt viele Spiele, es geht Schlag auf Schlag“, blickt Schnorrenberg auf die kommenden Wochen voraus und erinnert auch an das Kreispokal-Halbfinale beim FC Kreuztal (26. April, 19 Uhr).

Der TuS Erndtebrück steht vor richtungsweisenden Wochen – nach der Pflicht gegen den SC Roland soll am Ostermontag die Kür im Gipfeltreffen mit der Hammer SpVg folgen.

Quelle fupa.net