Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – selten hat die Fußball-Weisheit des alten Sepp Herberger mehr als Zustands-Beschreibung getaugt als dieser Tage beim TuS Erndtebrück (62 Punkte). Der Spitzenreiter der Fußball-Oberliga Westfalen kann in seinem Nachholspiel gegen den Tabellendritten Hammer SpVg (56) am Mittwoch (19.30 Uhr) den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga West perfekt machen.

Deshalb hatte Trainer Florian Schnorrenberg seine Spieler am Sonntag gleich nach dem mageren 1:1 gegen die SpVg Erkenschwick zur Erholung ins Eisbad beordert. Am Montag stand Regeneration in privater Umgebung auf der To-Do-Liste für das Personal des Liga-Primus´. Dienstagabend dann trafen sie sich zum ersten Training wieder – zugleich auch das Abschlusstraining vor dem entscheidenden Spitzenspiel.

Die Ausgangslage vor dem drittletzten Saisonspiel der beiden Teams ist klar: Mit einem Sieg wäre Erndtebrück am Ziel, zurück in der Regionalliga. Hamm könnte die Wittgensteiner in den beiden letzten Spielen nicht mehr überflügeln. Und selbst ein Remis könnte Erndtebrück am Ende reichen.

Hamm hat in den vergangenen Wochen geschwächelt und sogar den 2. Platz dem Stadt-Rivalen Westfalia Rhynern (61) überlassen müssen. Die Mannschaft von Trainer Sven Hozjak musste fünf Niederlagen hinnehmen, u.a. gegen den 1. FC Kaan-Marienborn (2:0). Am Sonntag rettete Hamm noch ein spätes Tor von David Lohender das 1:1 gegen den TSV Marl-Hüls. „Wenn wir in Erndtebrück gewinnen, sind wir heiß im Rennen. Und wir werden gewinnen“, gab sich Coach Hozjak nach dem neuerlichen Rückschlag kämpferisch.

„Meine Spieler konnten zuletzt nicht ihre Bestform abrufen“, räumt Schnorrenberg unterdessen ein. Gegen Erkenschwick habe die Leichtigkeit gefehlt, erklärt er: „Vielleicht war da auch schon Vorfreude auf das Spiel gegen Hamm dabei.“ Der TuS-Trainer bleibt zuversichtlich, in der Verfassung, wie vor zwei Wochen beim überlegenen 5:3 gegen Marl-Hüls, „sind wir nur schwer zu schlagen“.
Ahmet Saglam kehrt nach seiner Gelb-Sperre in die Hintermannschaft zurück. Und auch Fatih Tuysuz, der vor dem Erkenschwick-Spiel aus familiären Gründen kurzfristig in die Türkei fliegen musste, steht wieder zur Verfügung. Mit Linksverteidiger Leonardo Ribeiro sei er bei dessen ersten Einsatz seit Anfang März „nicht unzufrieden gewesen“, sagt Schnorrenberg. Ein Fragezeichen sieht er nur bei Xhuljo Tabaku: „Er ist schon am Sonntag mit einer Kapselverletzung am Zeh ins Spiel gegangen.“

Quelle fupa.net