Vor seinem zweiten Spiel in der Regionalliga West, am Samstag (14 Uhr) beim Mitaufsteiger Westfalia Rhynern, beklagt der TuS Erndtebrück den nächsten Ausfall.

Benjamin Kraft hat sich den Mittelhandknochen gebrochen und wird heute operiert. „Er ist im Training mit Philipp Böhmer zusammen geprallt“, sagte Florian Schnorrenberg. Wie lange der 20-jährige Neuzugang vom letztjährigen Erndtebrücker Oberliga-Rivalen Arminia Bielefeld 2. ausfällt, konnte und wollte der TuS-Trainer gestern nicht abschätzen: „Das hängt vom Verlauf der Operation ab.“ Kraft bekommt eine Platte eingesetzt. Er habe die Hand schon einmal in der Endphase der vergangenen Saison gebrochen, erklärte Schnorrenberg, damals habe man die Verletzung aber ohne Operation ausheilen lassen.

An einen Einsatz von Mannschaftskapitän Tim Treude (Entzündung im Sprungelenk) und Stürmer Hedon Selishta (Innenbanddehnung im Knie) ist derweil nach wie vor bei den Wittgensteinern nicht zu denken. Gerade zu Treude könne er „keine Prognose“ abgeben, sagte Schnorrenberg: „Wir wollen nichts überstürzen und freuen uns, wenn er wieder mitmachen kann.“ Selishta sei indes einsatzfähig, sobald er schmerzfrei ist, erklärte der Übungsleiter: „Er trainiert viel, um fit zu sein.“

Mory Konate, der beim 2:2-Saisonauftakt gegen den Vorjahres-Achten SG Wattenscheid 09 den defensiven Posten im Mittelfeld übernommen hatte, musste beim Training am Dienstag wegen Adduktoren-Problemen aussetzen. Am Mittwoch hat der 23-Jährige, der vom Mittelrheinligisten VfL Alfter an den Pulverwald gewechselt ist, zumindest wieder „locker gelaufen“, berichtete Schnorrenberg: „Wenn er auch noch ausfallen sollte, wäre das ein bisschen viel in der kurzen Zeit.“

Dennoch spricht Schnorrenberg von einer bislang „ordentlichen Woche“ nach einem durchaus gelungenen Einstand in der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands. Und er zeigt sich im Nachhinein „zufrieden mit dem Ergebnis“, spricht von einem „guten Start“, hat aber in Teilen „bei uns noch Luft nach oben gesehen“. Zweimal war Erndtebrück durch Neuzugang Yuki Nishiya in Führung gegangen, hatte so manch Bedenken zerstreut, musste dann aber auch zweimal den Ausgleich durch den früheren Bundesligisten aus dem Bochumer Stadtteil hinnehmen.

Nun, in Rhynern, sieht Schnorrenberg seine Mannschaft vor einem wichtigen Spiel mit Blick auf den weiteren Verlauf der Saison: „Beide Vereine sitzen im selben Boot; für beide Mannschaften ist die Regionalliga eine große Nummer.“ Erndtebrück war in der vergangenen Saison als Oberliga- Meister auf direktem Weg in die Regionalliga zurück gekehrt. Rhynern hat erstmals überhaupt den Sprung in die Regionalliga geschafft. „Die Duelle in Rhynern waren nicht leicht“, erinnert sich Schnorrenberg. Sein Team hat die beiden letzten Liga-Auftritte in dem Hammer Stadtteil gewonnen, zuletzt vor einem Jahr, ebenfalls am 2. Spieltag, mit 2:0. In der Rückrunde, ausgerechnet mit dem 3:1-Sieg in Erndtebrück, entwickelte sich Rhynern zur besten Rückrunden-Elf und hatte am Ende nur noch drei Punkte Rückstand auf den TuS.

Schnorrenberg hat sich das Video von der 1:2-Niederlage der Rhynerner am vergangenen Samstag bei RW Oberhausen angesehen. Er hat festgestellt, dass die Mannschaft unter dem neuen Trainer Holger Wortmann (zuletzt bis 2016 bei Westfalia Herne) „sehr kompakt“ sei, „vom Teamgeist lebt“ und vor allem mit neun Spielern aus der vergangenen Saison angefangen hat. Beim TuS Erndtebrück waren es gegen Wattenscheid gerade einmal zwei, Nino Saka und Xhuljo Tabaku.

Quelle fupa.net