Die Pokal-Sensation blieb aus aber der Underdog aus Erndtebrück hatte dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt in der 1. Runde des DFB-Pokals alles abverlangt, verlor aber trotz Überzahl verdient mit 0:3 (0:1).

Das Siegerländer-Wetter meinte es nicht gut mit den 13.106 Zuschauern bei der Partie der 1. DFB-Pokal Hauptrunde zwischen dem TuS Erndtebrück und Bundesligist Eintracht Frankfurt im Siegener Leimbachstadion.

Der Bundesligist übernahm sofort das Kommando und hatte durch Hasebe (3.) und Haller (10.) die ersten guten Chancen dieser Partie. Der TuS agierte aber keineswegs mutlos und versuchte durch schnelles Umschaltspiel vor das Tor der Hessen zu kommen.

In der 16. Minute war es Daichi Kamada, der das Ziel knapp verfehlte und den besser postierten Sebastien Haller übersah. Die Eintracht drängte auf den Führungstreffer aber auch der aufgerückte Kapitän David Abraham (18.) konnte das Leder, nach einer Gascinovic-Hereingabe und der Kopfballvorlage von Kamada, nicht im Erndtebrücker-Tor unterbringen.

In der 22. Minute dezimierten sich die Gäste, Abraham foulte Yuki Nishiya als letzter Mann und dem Unparteiischen blieb nichts anderes übrig als den Eintracht-Kapitän vom Platz zu stellen. Den daraus resultierenden Freistoß nutzten die Erndtebrücker fast zur Führung. Ilyass Mirroche chippte den Ball in den Ball in den Sechzehner und der agile Nishiya zielte knapp über das Gehäuse.

Die Eintracht spielte aber weiter auf die nun überfällige Führung, wieder war es Haller (27./28.) der das Tor knapp verfehlte.

Es war ein munteres Spiel mit hohem Unterhaltungswert, indem lediglich noch die Tore fehlten.

In der 35. Minute war es dann soweit, Patrick Kadiata ließ Tawatha von der linken Seite flanken und aus dem Rückraum knallte Timothy Chandler den Ball humorlos ins Netz des Erndtebrücker-Tores.

Mit dieser verdienten Gästeführung ging es auch in die Kabinen, trotz Unterzahl blieb der Bundesligist spielbestimmend aber die Schnorrenberg-Elf enttäuschte keineswegs und spielte gut mit.

Florian Schnorrenberg brachte zum Beginn der 2. Halbzeit Xhuljo Tabaku für Niklas Zeller, der Albaner sollte über die linke Seite Druck machen, Ilyass Mirroche rückte weiter ins Zentrum.

In der 57. Minute rutschte Chandler im eigenen Sechzehner aus und Yuki Nishiya wäre beinahe an den Ball gekommen, Eintracht-Keeper Lukas Hradecky war aber zur Stelle.

Die Erndtebrücker wackelten zwar immer mal wieder in der Abwehr aber in der Offensive ergaben sich jetzt doch einige Chancen. In der 61. Minute erkämpfte sich der unermüdliche Nishiya den Ball, zielte aber aus 25 Metern deutlich übers Tor.

In der 72. Minute erzielte Mijat Gacinovic nach einer tollen Einzelleistung das vorentscheidende 2:0 aus Sicht der Eintracht. Vor dieser Szene lag Nino Saka schon verletzt auf dem rasen und wurde durch Gunnar Niemann ersetzt.

Die Frankfurter hatten nun den Willen der Wittgensteiner gebrochen und der starke Sebastian Haller (76.) traf nach Zuspiel des gerade eingewechselten Jetro Willems zum 3:0.

Nach einer Mirroche-Ecke wäre dem TuS fast noch der Anschlusstreffer geglückt aber Innenverteidiger Mehmedalija Covic köpfte den Ball in der 81. Minute links neben das Tor. Zwei Minuten später versuchte es Mory Konate (83.) aus der Distanz – wieder am Tor vorbei.

Am Ende blieb es bei der verdienten 0:3-Niederlage für den TuS Erndtebrück, der sich aber achtbar aus der Affäre zog und aus dieser Partie gegen den Bundesligisten gestärkt hervorkommen kann.

Trainerstimmen:

Nico Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt): Wir haben unser Ziel erreicht und sind in die 2. Runde des DFB-Pokals eingezogen. Allerdings haben wir uns das Leben mit der roten Karte selber schwer gemacht. Kompliment und Glückwunsch an Erndtebrück, sie haben sich gut präsentiert. Die Anzahl der herausgespielten Torchancen und das Konterspiel haben mir heute gut gefallen, die Verwertung der Chancen und das Ballbesitzverhalten waren nicht so gut aber wir haben ja noch eine Woche Zeit.

Florian Schnorrenberg (Trainer TuS Erndtebrück): Glückwunsch an Nico zum verdienten Sieg. Die Eintracht hat vor dem Platzverweis einiges liegen lassen. In Überzahl habe ich dann gehofft, die zwei, drei guten Momente zu nutzen. Die Jungs haben alles gegeben, läuferisch und kämpferisch haben sie nichts vermissen lassen. Auf Grund der Überzahl sind wir ein kleines bisschen enttäuscht, haben aber eine ordentliche Leistung geboten.

TuS Erndtebrück – Eintracht Frankfurt (0:1)

TuS: Aubele- Saka (73.Niemann), Covic, Tanidis, Jordan- Mirroche, Rente, Konate, Kadiata (65.Valentini)- Nishiya, Zeller (46.Tabaku).

Eintracht: Hradecky- Tawatha, Russ, Abraham, Chandler- Gacinovic, Fernandes, Hasebe, Kamada (73..Willems)-Hrgota (53.Wolf), Haller (86.Jovic).

Tore: 0:1 Chandler (35.), 0:2 Gacinovic (72.), 0:3 Haller (76.)

Bes.Vork.: Rot/Abraham (22.).

Zuschauer: 13.106.

Quelle Expressi