Als die 30-köpfige Reisegruppe des TuS Erndtebrück am letzten Samstagvormittag gegen 11 Uhr auf dem Flughafen Köln/Bonn aus jenem Flieger kletterte,

der sie nach einer dreistündigen nächtlichen Busfahrt von Malaga aus zurück in die Heimat gebracht hatte, stand den Spielern des Regionalligisten wieder eine gesunde Farbe im Gesicht. Und die hatte nicht nur mit der Sonne im Süden Spaniens zu tun.

„Endlich“, wird Trainer Florian Schnorrenberg insgeheim gedacht haben. Schließlich hatten sieben seiner Schützlinge während des einwöchigen Trainingslagers in Novo Sancti Petri (Andalusien) wegen einer Virus-Erkrankung zeitweise pausieren müssen. Zwischenzeitig war sogar Abteilungsleiter Dirk Beitzel beim Torwart-Training eingesprungen, weil Neuzugang Niklas Jakusch und Timo Bäcker nicht einsatzfähig waren und nur noch Paul Schünemann fit fürs Tor war. Wieder in Köln gelandet, hätte nur noch Angreifer Hedon Selishta „leichte Probleme“ gehabt, sagte der Erndtebrücker Übungsleiter.

„Ich hoffe, dass nicht noch was nachkommt“, erklärte er. Schließlich beginnen für den Ranglisten-Vorletzten nach dem trainingsfreien Sonntag heute die letzten beiden Wochen in der Vorbereitung auf die vorzeitige Fortsetzung der Saison mit dem Nachholspiel am 10. Februar (14 Uhr) beim Tabellenzwölften Borussia Mönchengladbach U-23. Und Schnorrenberg blickt zugleich weiter voraus im Kampf um den Klassenverbleib: „Das werden dreieinhalb knallharte Monate für uns.“

Umso wichtiger war es für Schnorrenberg, dass sein Fazit nach dem Trainingslager „total positiv“ ausfiel: „Wir hatten hervorragende Bedingungen.“ Trainingsplätze, Hotel, Temperaturen – alles zur Zufriedenheit des Fußballlehrers. „Das war um Klassen besser als vor zwei Jahren“, betonte er. Damals, in der ersten Regionalliga-Saison, hatten die Wittgensteiner an der Algarve in Portugal erstmals ein Winter-Trainingscamp bezogen.

Elf Trainingseinheiten einschließlich des Testspiels gegen den Südwest-Regionalligisten Kickers Offenbach (0:3) am Montag hatte Schnorrenberg für seine Mannschaft auf dem Plan. Am Freitagnachmittag stand zum Abschluss die Videoanalyse des Auftritts gegen Offenbach auf dem Programm. Die zuvor erkrankten Spieler legten danach noch eine Extra-Runde im Fitness-Bereich des Hotels ein. „Die Spieler, die alle Einheiten mitgemacht haben“, schmunzelte Schnorrenberg, „werden zu Hause sicher müde sein.“ Und das wohl nicht nur wegen der nächtlichen Rückreise aus Andalusien.

„Die Spieler haben super gearbeitet, hart gearbeitet“, lobte Schnorrenberg. Und rechnete sofort hoch: „Das war im Trainingslager eine Einheit mehr als in den zwei Wochen zuvor in Erndtebrück zusammen.“ Binnen einer Woche. Für die Zeit bis zum Gastspiel in Mönchengladbach wünscht sich der TuS-Trainer nun „Bedingungen wie jetzt“, also einen schneefreien und bespielbaren Platz am Pulverwald. „Wir brauchen Einheiten“, erklärte Schnorrenberg, „uns bringt es nichts, über die Straßen von Erndtebrück zu laufen oder in den Kraftraum zu gehen.“

Sportlich sieht Schnorrenberg seine Mannschaft durch die fünf Neuzugänge verstärkt. „Er ist sehr professionell“, sagte der Trainer etwa über Daniel Svab, „ich habe selten gesehen, dass ein Spieler, der ein halbes Jahr nicht gespielt hat, so fit ist.“ Das dürfte Schnorrenberg beruhigen. Schließlich hatte er den Ungarn schon im Test gegen die Kickers als Linksverteidiger aufgestellt. Johannes Ludmann konnte so den Job der verletzten Dominik Jordan auf der rechten Seite übernehmen. Mit dieser Variante, so Schnorrenberg, sei demnächst wohl zu rechnen.

Quelle fupa.net