Schon vor der heutigen Regionalliga-Partie bei Rot-Weiß Essen war klar, dass der TuS Erndtebrück in der kommenden wieder in der Oberliga Westfalen spielen wird. Der Rückstand von sechs Punkten und 17 Toren in nur noch zwei ausstehenden Begegnungen war nicht mehr aufzuholen. Nun ist auch rechnerisch nichts mehr möglich. An der traditionsreichen Essener Hafenstraße unterlag die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg am Nachmittag mit 1:2 (0:1).

Dort allerdings durften die Erndtebrücker noch einmal ein Saison-Highlight genießen: Im letzten RWE- Heimspiel der Saison hatten 7507 (!) Zuschauer den Weg ins Stadion Essen gefunden und sorgten so für einen tollen Rahmen.

„Wenn man mit Erndtebrück nach Essen kommt, ist das eine großartige Sache vor solch einer Kulisse“, sagte TuS-Coach Schnorrenberg im Nachhinein. Der Erndtebrücker Übungsleiter zeigte sich mit seinem Team durchaus zufrieden: „Mit der Leistung meiner Jungs bin ich sehr zufrieden, wir hätten uns natürlich gerne mit einem Punkt belohnt.“ Man habe versucht, sich spielerisch zu befreien und die Räume zu nutzen. „Aber wenn man die ganze Saison sieht, ist es unser großes Manko, dass wir im letzten Drittel unsere Chancen nicht so verwerten können“, erklärte der Linienchef.

Im ersten Durchgang bekamen die Zuschauer zahlreiche Tormöglichkeiten auf beiden Seiten zu sehen, wobei die Gastgeber ein Chancenplus zu verzeichnen hatten. „Zur Halbzeit hätte es auch 5:2 oder 6:3 stehen können“, bemerkte RWE-Coach Karsten Neitzel bei der Pressekonferenz mit einem Augenzwinkern.

Schon nach fünf Minuten setzte Essens Robin Urban einen Kopfball knapp über das Erndtebrücker Gehäuse, vier Minuten später verpasste TuS-Stürmer Stefan Valentini auf der anderen Seite eine Hereingabe von Jan-Patrick Kadiata (9.). In Spielminute 18 kam Nico Lucas im Strafraum der Gäste frei zum Schuss, verzog jedoch aus elf Metern. In der 20. Spielminute aber fiel dann der Führungstreffer für die Neitzel-Elf: Kai Pröger – gemeinsam mit Marcel Platzek die sehr gefährliche RWE-Offensive – traf zum 1:0.

Der TuS Erndtebrück hätte beinahe die direkte Antwort parat gehabt, der Torabschluss von Kapitän und Ex-Essener Tim Treude aber klatschte an den Pfosten (22.). Auch Valentini war kurz darauf nah dran am Ausgleichstreffer, setzte seinen Schuss knapp vorbei (24.). Eine weitere dicke Möglichkeit hatte Benjamin Kraft, der nach Kadiate-Flanke am langen Pfosten an den Ball kam, jedoch über das Tor drosch. Platzek (37.) und Kamil Bednarski (44.) mit einer Doppelchance verpassten es, das Ergebnis noch vor der Pause hochzuschrauben.

Nach dem Seitenwechsel scheiterte TuS-Stürmer Valentini am Essener Rückhalt Robin Heller (54.), bevor Platzek wenig später dann auf 2:0 stellte (57.). Doch wer dachte: „Das Ding ist durch“, der irrte. Nur eine Zeigerumdrehung später nämlich zappelte die Kugel im Essener Netz: Marco Rente markierte den 1:2-Anschlusstreffer und machte so das Aufeinandertreffen noch einmal spannend. Zehn Minuten vor dem Abpfiff kam dann noch TuS-Eigengewächs Till Hilchenbach, Kapitän der Erndtebrücker Landesliga-Reserve zu seinem Regionalliga- Debüt. Und jener Hilchenbach war es auch, der die beste Chance zum Erndtebrücker Ausgleich hatte; aber seinen Kopfball lenkte Heller noch an den Querbalken (84.). So blieb es letztlich beim 2:1 für Rot-Weiß Essen.

Erndtebrück lieferte vor großer Kulisse an der Essener Hafenstraße nochmal eine ordentliche Leistung, auch wenn es unter dem Strich nicht zu einem Punkt gereicht hat. Zum Saison-Kehraus am kommenden Sonntag empfängt der TuS Mitabsteiger Wegberg-Beeck. Dann geht es für drei Tage auf Abschlussfahrt nach Mallorca, bevor es in die Vorbereitung auf das Westfalenpokal-Finale gegen Zweiliga- Aufsteiger SC Paderborn am Pfingstmontag geht.

Quelle fupa.net