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Das Oberliga-Duell zwischen dem TuS Erndtebrück (17. Platz/10 Punkte) und Westfalia Herne (11./18) am kommenden Sonntag (14.30 Uhr) ist auch die Begegnung der vielleicht emotionalsten Trainer der Liga. Denn sowohl TuS-Coach Alfonso Rubio Doblas, als auch sein Gegenüber Christian Knappmann sind für eine gewisse Lautstärke an der Seitenlinie bekannt, die locker auch am anderen Ende des Platzes zu vernehmen ist.

Das, was sich der TuS Erndtebrück beim SV Schermbeck nach zuvor zwei Siegen in Folge vorgenommen hatte, wurde bereits nach 28 Sekunden über den Haufen geworfen. Denn TuS-Kapitän Moritz Brato hatte da mit einem missglückten Rückpass ein Eigentor erzielt und die 1:2-Niederlage eingeleitet. Ein kapitaler Bock, bei dem TuS-Trainer Alfonso Rubio Doblas seinem Keeper Niklas Knopf keinen Vorwurf machte: „Niklas stand richtig. Nur Moritz spielt ihn nicht an, sondern schießt aus 20 Metern ins Tor. Das macht natürlich niemand mit Absicht, aber es ist ärgerlich. Die ganze Arbeit, die wir uns im Vorfeld gemacht haben, war da hinfällig.“

Keine Banner, keine Flaggen, keine Stimmung. Oder anders: Selten waren 526 Zuschauer, die zum Derby an den „Pulverwald“ gereist waren, so leise. Die Gästetribüne in Erndtebrück fiel wie sonst auch häufig durch Leere auf – dabei war sie gefüllt mit den Anhängern der Sportfreunde aus Siegen. Doch die waren allenfalls eine Randnotiz, schwiegen bis zum Schluss und krönten ihren Auftritt mit Beschimpfungen und „Dapprich-Raus“- Rufen nach dem Abpfiff, der die 1:2- Derbypleite der Siegener besiegelte. Die Sportfreunde fallen durch die Niederlage auf den ersten Nichtabstiegsplatz zurück, Erndtebrück lauert nun mit drei Zählern weniger dahinter.

Auf den Sieg beim Tabellenletzten aus Hamm folgte am Sonntag der Triumph im Derby gegen die Sportfreunde Siegen – der TuS Erndtebrück ist nach zwei „Dreiern“ in Folge wieder voll im Geschäft und hat nur noch drei Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Der Oberligist aus Wittgenstein will daher morgen beim SV Schermbeck die Sieges-Serie weiter fortführen.

Aus heimischer Sicht ist es eines der großen Spiele in der Oberliga: Der TuS Erndtebrück (17. Platz/7 Punkte) bittet die Sportfreunde aus Siegen (14./13) zum Derby-Tanz. Im ersten Lokalduell gegen den 1. FC Kaan-Marienborn Ende August enttäuschte der TuS Erndtebrück und kassierte eine 0:3-Klatsche. Doch wenn die Sportfreunde am kommenden Sonntag an den §Pulverwald" reisen, soll das Ganze anders laufen. Denn nach dem wichtigen „Dreier“ im Kellerduell bei der Hammer SpVg wollen die Erndtebrücker den Sechs-Punkte-Rückstand auf die Siegener weiter verkürzen.